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Gestern schrieb mir meine Freundin eine Nachricht: Das Stadthaus, in dem ihr Sohn wohnt, brennt lichterloh. Der Sohn hat alles verloren - nur seinen Hund und das Smartphone konnte er auf die Schnelle retten. Ich solle bitte für ihn beten. Ich war wie betäubt. Mit der kurzen Nachricht bricht auch für mich eine Welt zusammen. Ich kenne den jungen Mann seit einigen Jahrzehnten. Er ist so ein guter Kerl. Und ich weiß, wie sehr meine Freundin und ihr Mann darum bemüht sind, ihren Sohn zu unterstützen.

An Gott zu glauben, statt ans Schicksal, macht nicht alles leichter

Solche und ähnliche Katastrophen bezeichnen viele Menschen als Schicksalsschläge. Das Schicksal ist hart, unpersönlich und unberechenbar - getreu dem Filmtitel: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Doch weder meine Freundin noch ich glauben an das Schicksal. Wir glauben beide, dass Gott unser Leben führt, dass er Dinge fügt und auch geschehen lässt. Doch das macht es nicht unbedingt leichter, einen solchen Tiefschlag einzuordnen.

Wie kann Gott das zulassen? Gerade bei diesem jungen Mann. Wie soll er noch an den Gott glauben, den seinen Eltern ihm von Kindheit an als den fürsorglichen, liebevollen Vater im Himmel ans Herz gelegt haben? Und was haben sie für ihn gebetet...

Wütendes Gebet statt wohlgeformter Worte 

Abends lag ich im Bett und war so wütend auf Gott. Mir liefen die Tränen über die Wangen und ich polterte im Gebet so richtig drauf los. Gerade hatte ich in einem Vortrag gehört, dass die Schreiber der biblischen Psalmen uns vormachen, wie man seine Emotionen vor Gott ausbreitet. Freude und Trauer. Jubel und Verzweiflung. Begeisterung und Hilflosigkeit. Also ließ ich es darauf ankommen. Gott schien das nicht aus der Fassung zu bringen und mir tat es unendlich gut, meine Irritation in Worte zu fassen. Ich fühlte mich wie ein Kind, dass tobend gegen den Papa kämpft, während er es kraftvoll und geduldig auf dem Schoß hält. Er kann warten, bis der Wutausbruch vorüber ist und dann dem Kind die Geborgenheit schenken, die es gerade jetzt braucht. Ja, das Aussprechen der Gefühle beruhigte mich. Bei dem Vater im Himmel ist die ausgesprochene Not an der besten Adresse, wie es in Psalm 34,9 steht: „Der Herr ist denen nahe, die verzweifelt sind und rettet diejenigen, die alle Hoffnung verloren haben.“

Gott lasse bei dir wachsen, was du jetzt brauchst

Wie wird es weitergehen für meine Freundin und für ihren Sohn? Ich weiß keine Antwort darauf. Das Geschehen bleibt rätselhaft und bitter. Ich kann nur Gott um seine Hilfe für alle Beteiligten bitten. Wenn das Schicksal regieren würde – es ließe uns allein mit unserer Verzweiflung. Anders ist es bei Gott. Er ist der Regent und gleichzeitig der Beistand, der Kraftgeber und Hoffnungsstifter. In meiner Bibel stoße ich auf ein Spruchkärtchen: „Aber alle, die ihre Hoffnung auf den Herrn setzen, bekommen neue Kraft.“ Im Text geht es weiter: „Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen.“ (Jes. 40, 31)

Der Adler braucht Flügel, um sich in die Lüfte zu heben und sich der Thermik anzuvertrauen. Was brauchst du, meine liebe Freundin, um dich gerade jetzt Gott anzuvertrauen? Gott schenke es dir! Er lasse es bei dir wachsen wie Flügel. Und wenn du jemanden zum Reden, zum Beten oder zum Anlehnen brauchst, will ich für dich da sein.

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