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In der Beziehung zu Gott gibt es immer wieder Sternstunden, in denen unser Herz auf individuelle Weise angerührt wird. Solche Erfahrungen prägen sich tiefer ein, als alles theoretische Wissen. Wir können langfristig Kraft und Trost daraus ziehen. Eine solche Begebenheit möchte ich heute mit dir teilen.

Enttäuschter Abschied

Vor Jahren stand ich unglücklich vor meinem kleinen Kirschbaum. Mit unseren Kindern hatten wir ihn feierlich im Garten gepflanzt. Nun führte unsere Berufung unverhofft in eine andere Region und ich musste Abschied nehmen - ohne dass ich jemals auch nur eine einzige Kirsche von meinem Bäumchen geerntet hätte. Das stimmte mich ziemlich traurig und ich haderte auch ein wenig mit Gott. Schweren Herzens verkauften wir den Garten samt Kirschbäumchen und bereiteten uns auf unseren Umzug vor.

Eine Kostprobe von Gottes Fürsorge

Wenige Monate später waren wir am neuen Wohnort angekommen. Gleich am zweiten Tag erkundete ich den Gemeindegarten, für den ich nun zuständig sein würde. Als ich um die Ecke bog, bot sich mir ein gigantischer Anblick. Ich bekam weiche Knie: Direkt neben dem Brunnen stand ein riesiger Kirschbaum. Er war über und über mit dunkelroten, reifen Kirschen gefüllt. Mir liefen die Tränen des Erstaunens und der Dankbarkeit. Wie hatte Gott das nur hinbekommen, punktgenau meinen heimlichen Herzenswunsch zu erfüllen? Nein, ihn sogar weit zu überbieten? Dafür musste vor vielen Jahren in diesem Garten ein Kirschbaum gepflanzt werden. Dass unser Umzugstermin genau in die Erntezeit fiel, machte die Überraschung vollkommen. Welche Fürsorge für mein gequältes Herz… Jede Kirsche schmeckte nach Trost im Seelenschmerz.

Verwalterin eines Kirschbaums

Seitdem streift mein Auge diesen Kirschbaum mit liebevollen Blicken, egal zu welcher Jahreszeit. Doch die intensivste Erfahrung wiederholt sich regelmäßig im Frühling. Dann stehe ich fasziniert unter der vollen Kirschblüte und schaue nach oben. Genussvoll pumpe ich an diesen Tagen Wasser in meine Gießkannen und sage dabei feierlich zu mir selbst: „Ich bin Verwalterin eines Kirschbaums“. Dadurch bleibt das besondere Geschenk lebendig. Ich weiß, dass der Baum mir nicht gehört. Eines Tages werde ich ihn wieder zurücklassen, wie so vieles, was nur für begrenzte Zeit zu meinem Leben gehört. Doch jetzt nehme die üppige Blütenpracht als ein Symbol wahr, als ein Zeichen für Gottes Fürsorge und Großzügigkeit. Begeistert möchte ich sie mit den Bienen umschwirren.

Unsichtbare Fülle

„Von seiner Fülle haben wir alle genommen, und zwar Gnade um Gnade.“ So wird am Anfang des Johannesevangeliums (Kap.1,16) zusammengefasst, welche Erfahrungen die Jesus-Nachfolger mit ihrem Herrn gemacht haben. Dabei geht es nicht um Materielles, sondern um geistliche Fülle, um Gnade und Vergebung. Deshalb mag ich die englische Übersetzung des Verses: „And from his fullness have we all received, grace upon grace.“ (received = empfangen) Bemerkst du den Unterschied?
In unserer Konsumhaltung denken und sagen wir viel zu oft „Das nehme ich noch mit“: Bonuspunkte, Rabattmarken, ein besonderes Angebot. Die Fülle Gottes sollten wir nicht „noch mitnehmen“, sondern mit offenen Händen und einem dankbaren Herzen empfangen. Sie wird in Gnade verteilt, nicht in Euro, in Gesundheit oder einem reibungslosen Alltag. Oftmals müssen wir erst „um die Ecke schauen“, um die Gnade Gottes zu wahrzunehmen. Denn Vordergründiges zieht die Aufmerksamkeit leichter auf sich, als seine vergebende Liebe und Treue, die er uns in Jesus schenkt.

Ins Herz fallen lassen

Die Kirschblüte wird in diesem Jahr meine Letzte in Schmalkalden sein. Umso tiefer lasse ich sie in mein Herz fallen. Als Zeichen der Güte und Fürsorge Gottes. Wer weiß, welche Überraschungen er am nächsten Wohnort für mich vorbereitet hat. Seine Gnade steht täglich über meinem und deinem Leben. – Und, wie sieht es bei dir aus? Welche Erfahrung der Gnade und Güte Gottes trägst du in deinem Herzen? Vielleicht wäre es an der Zeit, sie wie einen kostbaren Schatz wieder hervorzuholen und in belastenden Zeiten daraus Kraft zu schöpfen. 

Christina Ott - Mitglied des Arbeitskreises Frauen der Evangelischen Allianz in Deutschland

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Ich poliere kleine Fundstücke des Alltags und halte sie ins Licht der Psychologie und des christlichen Glaubens, bis sie beginnen zu funkeln.

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