Fundstücke des Alltags

Jogging

Du bist zäher als Du denkst!

Natürlich wirkt es attraktiver, schön und klug zu sein als zäh. Doch unterschätze niemals diese Eigenschaft. Und schon gar nicht jetzt! Manche laufen Marathon, andere den Jakobsweg. Sind das die wirklich Zähen? Zweifellos und deutlich sichtbar. Mit Widerstandskraft selbst erkämpft, bei Wind und Wetter durchgezogen. Eine wirklich tolle Leistung!

Doch Halt mal. Zähe gibt´s noch mehr. Du findest sie in Alltag, ganz in Deiner Nähe. Sie kommen Dir entgegen, verkleidet als normale Menschen. Augen auf, dann kannst Du sie entdecken. Beim Hinhören fällt auf: Ihr Leben ist nicht leicht. 

Stadtansicht

Und hier soll ich mich zurecht finden?

Unsicher schaue ich mich um. Wie hieß die Straße, deren Namen ich noch nie gehört hatte? Das muss doch um die Ecke gewesen sein. Dort haben wir unser Auto geparkt. Und überhaupt – wie nennt sich das Stadtviertel, in dem wir uns gerade aufhalten? Viele Fragen, auf die ich keine Anwort weiß. Wir sind fremd in einer großen Stadt. Für manche klingt das nach spannender Entdeckungsreise - "Juhu!" Für andere nach Stress - "Bloß das nicht!" Und ich? Bin irgendwo dazwischen. Und hätte am liebsten einen persönlichen Guide.

So wie damals in München, auf Städte Trip mit unserer jugendlichen Tochter. Sie lotste uns beide mit schlafwandlerischer Sicherheit durch das Straßengewirr. Dank Smartphone wusste sie immer genau, wo sich die nächste U-Bahn-Station befand und in welche Richtung wir fahren mussten. Ich verließ mich einfach auf sie und lief plaudernd neben ihr her. Doch jetzt muss ich mich selbst zurechtfinden. In Nürnberg.

Dolomiten

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel

Endlich Urlaub. Ich vertiefe mich in die Sicht aufs Bergpanorama, schwimme im Naturpool und pflücke Blaubeeren. Frösche quaken. Unsere Vermieter haben eine idyllische Oase geschaffen, mitten in den Südtiroler Bergen. „Lockerluftiges Sommerglück“ – das wäre der ideale Blogtitel nach all den Entbehrungen der vergangenen Monate. Und genau danach verlangt auch mein Herz.

Doch etwas passt nicht. Während ich genieße und entspanne, stehen ganze Landstriche unter Wasser. Zahlreiche Menschen sind verzweifelt, nicht nur in Deutschland. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel haben Überflutungen ihr Leben weggeschwemmt. Von heute auf morgen. Hier bietet sich mir ein friedliches Bild: Die Vermieterin bringt ihre drei Esel mit liebevollem Kraulen in den Verschlag. Dort haben Menschen wie du und ich kein Zuhause mehr.

Schwarzer Terrier

Warum Freundlichkeit weiter bringt als losbellen

Eine freundliche Begegnung lässt das Herz aufstrahlen. Gelegenheiten dafür gibt es an jedem Tag. Umso abschreckender fühlt sich das Gegenteil an. Mir fällt eine skurrile Hunde-Begegnung ein. Sie folgt jedes Mal dem gleichen Drehbuch, wenn mein Weg an einem gewissen Grundstück vorbei führt. Dessen Besitzerin hält einen schwarzen Terrier, und der hat es in sich. Solch ein kleiner Köter kann ein echtes Biest sein.

Der kläfft mich ja schon wieder an

Sobald jemand in Sichtweite auftaucht, beginnt er, wie verrückt zu bellen. Wo nimmt er nur die Energie her? Aufgeregt rennt das schwarze Zotteltier in Richtung Zaun und überschüttet jeden Passanten mit der ohrengellenden Bekundung seines Missfallens. Zum Glück gilt seine Ablehnung nicht nur mir persönlich.

Den Schirm aufspannen

Wenn der Optimismus schwindet...

Über Optimismus wollte ich schreiben. Doch die Umstände sind denkbar schlecht dafür. Schlimmer noch: Die allgemeine Stimmung ist kurz davor zu kippen. Inzidenzzahlen schnellen nach oben, jeglicher Optimismus sackt in den Keller. Unbeschwerter Frühling? Ostern wie gewohnt? Wohl kaum. Selbst eingefleischte Optimisten knirschen mit den Zähnen. Sie haben es einfach nur satt. In meiner Erinnerung lebt auf, was Teilnehmer einer Outdoor-Freizeit erzählten. Sie starten als Jugendgruppe in Richtung Värmland/Südschweden. Ausgestattet mit Paddelbooten und Zelten stürzten sie sich ins Abenteuer. Ihre Kleidung und alle Lebensmittel wurde in Plastiktonnen gesteckt. Deckel drauf – trocken und sicher. Doch alles kam anders.

Damit die Stimmung nicht kippt


Der erste Regentag war noch gut zu verkraften. Doch täglich wurde es schwieriger. Der morgendliche Blick aus dem Zelt zeigte feuchten Nebel. 

Licht am Ende des Tunnels

Hoffnung auf Entlastung

Hoffnung und Motivation hängen eng zusammen. "Wann ist es endlich geschafft?" Diese Frage stellt sich aktuell wohl fast jedem. Wir lieben es, in absehbaren Zeiträumen zu denken und Hoffnung auf Entlastung in Sichtweite zu haben. In meinem Sportkurs gilt: Der schlimmste Teil einer anstrengenden Übung ist dann vorbei, wenn unsere motivierende Trainerin Ines endlich das erlösende Wort sagt. Es heißt ACHT. Ab diesem Moment beginnt sie, rückwärts zu zählen. Dann heißt es nur noch: Durchhalten und Zähne zusammenbeißen. Um uns zu motivieren, ruft sie enthusiastisch: „Kämpft, Mädels! Alle machen mit! Keine gibt auf!“. Und tatsächlich - es wirkt. Die Aussicht auf das Ende der Strapazen aktiviert noch einmal die letzten Reserven.

Licht am Ende des Tunnels?


Ohne Hoffnung schwindet unsere Energie. Wir befinden uns in einem seltsamen Ausdauerlauf.

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