Fundstücke des Alltags

Regenbogen über Gebirgsbach

Hoffnung auf Entlastung

Hoffnung und Motivation hängen eng zusammen. "Wann ist es endlich geschafft?" Diese Frage stellt sich aktuell wohl fast jedem. Wir lieben es, in absehbaren Zeiträumen zu denken und Hoffnung auf Entlastung in Sichtweite zu haben. In meinem Sportkurs gilt: Der schlimmste Teil einer anstrengenden Übung ist dann vorbei, wenn unsere motivierende Trainerin Ines endlich das erlösende Wort sagt. Es heißt ACHT. Ab diesem Moment beginnt sie, rückwärts zu zählen. Dann heißt es nur noch: Durchhalten und Zähne zusammenbeißen. Um uns zu motivieren, ruft sie enthusiastisch: „Kämpft, Mädels! Alle machen mit! Keine gibt auf!“. Und tatsächlich - es wirkt. Die Aussicht auf das Ende der Strapazen aktiviert noch einmal die letzten Reserven.

Licht am Ende des Tunnels?


Ohne Hoffnung schwindet unsere Energie. Wir befinden uns in einem seltsamen Ausdauerlauf.

Die Befürchtung, dass der Lockdown Ende Januar wieder verlängert werden wird, ist mittlerweile zur Gewissheit geworden. Er wird sogar verschärft. Keiner weiß, wie viele Extrarunden noch folgen. Ich persönlich meine: die Notlage erfordert es. Doch zeitgleich verzieht sich die allgemeine Hoffnung. Sie scheint sich in den Winterschlaf abmeldet zu haben. Alle Euphorie zur Zulassung des Impfstoffes ist verhallt. Anfangs gab es Zeitungsmeldungen mit verheißungsvollen Worten: Hoffnungszeichen, Hoffnungsträger. Die neue Hoffnung! Doch so einfach ist das nicht. Mit dem Start der Impfungen ergaben sich neue logistische Schwierigkeiten und nicht jeder ist vom Impfgedanken überzeugt. Also hat unser Tunnel noch einige Kurven, bevor Licht an seinem Ende sichtbar werden kann. Und wir können nicht einfach Gas geben, um schneller vorwärts zu kommen.

Die Hoffnung ist der Regenbogen


Was haben Generationen vor uns getan? Was gab Menschen Kraft, die vor Katastrophen standen, vor dem Nichts, mitten in den Trümmern ihres Lebens? Wenn wir ihren Berichten Gehör schenken, leuchtet auch für uns etwas auf. Die Psychologin Dr. Edith Eger berichtet in ihrem Buch „Ich bin hier, und alles ist jetzt“ darüber. Als ungarische Jüdin überlebte sie um Haaresbreite im KZ Auschwitz. Die Hoffnung auf das Ende der unsäglichen Quälereien erwies sich als lebenserhaltend. Die letzte Quelle der Kraft, die übrigblieb, war es, sich am Sein genügen lassen und Menschlichkeit zu bewahren. Das lese ich in meinem geheizten Wohnzimmer und danke der Autorin für ihr Vermächtnis. Ich bin. Und Gott ist. Diese schlichte Erkenntnis halte ich mir fest. „Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden Bach des Lebens.“ (F. Nietzsche) Vom lähmenden Blick auf den tosenden Bach dieser Zeit hebe ich den Blick zum Regenbogen der Hoffnung.

Zur Hoffnung gehört die Perspektive, nicht allein dazustehen


Christen glauben der alten biblischen Überlieferung, dass der Regenbogen ein Zeichen des Schöpfers ist. Er erinnert an das Versprechen seiner Treue. Auch wenn ich im Physikunterricht erklärt bekam, unter welchen Bedingung der Regenbogen entsteht und welche Naturgesetze wirken, schwingt für mich immer der Glaube mit, wenn ein Regenbogen aufleuchtet. Ich atme seine Symbolkraft förmlich ein. Seine Unverfügbarkeit, Größe und Schönheit: Ein Geschenk des Himmels. Also innehalten und alle Sensoren auf Empfang stellen.
Ähnliche Geschenke gibt es auch jetzt im Alltag. Herzensbegegnungen, Mutworte, Entspannungsmomente. Ich lasse sie in mein Herz fallen und hege sie wie einen Schatz. Dies hilf mir, diese Monate nicht einfach abzusitzen - wie vergeudete Lebenszeit. Nein, das ist mein Leben! Gott ist an meiner Seite. Und auch Menschen, die mir kostbar sind. Mit ihnen teile ich die Hoffnung, denn: „Die Hoffnung führt uns weiter als die Furcht.“ (R. v. Weiszäcker)

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  • Christina Ott
    Künkelsgasse 19
    98574 Schmalkalden /Thüringen

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